Bestimmte Grünlandflächen werden immer wieder intensiv vom Schwarzwild umgebrochen. Andere Grünlandstücke jedoch deutlich weniger. Warum ist das so? Dieser Frage wurde im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (Ausgabe 25 vom 23.06.2017, S. 35) im Artikel „Was suchen Sauen auf der Wiese?“ nachgegangen. Demnach wollten die Schwarzkittel ihre drei Grundbedürfnisse – Wasser, Futter und Ruhezonen – sicherstellen:

Wasser: Wildschweine halten sich gerne in landwirtschaftlichen Flächen mit einem guten Angebot an Wasser auf. Bietet eine Fläche zu wenig Wasser zum Durst stillen und Suhlen, verliere sie an Attraktivität und werde spätestens am dritten Tag wieder verlassen. Sei jedoch genug Wasser darauf vorhanden, so werde sie ziemlich schnell von den Sauen in Beschlag genommen. Auf solch attraktiven Flächen lassen Wildschäden dann meist nicht lange auf sich warten.

Futter: Als Allesfresser brauche Schwarzwild vor allem Kohlenhydrate und Eiweiß. Seinen Bedarf an Kohlenhydraten stille das Wildschwein z.B. durch Eicheln und Wurzeln, aber auch durch Mais und Getreide. In milch- oder teigreifem Getreide werden die Ähren deshalb entweder komplett gefressen oder aber nur durchgekaut, ausgesaugt und als Rest wieder ausgespuckt.
Grünlandflächen werden in der Trächtigkeits- und Säugezeit besonders attraktiv, da sie ein hohes Angebot an tierischem Eiweiß bieten, welches die Sauen zu dieser Zeit in hohen Mengen benötigen. Hierzu zählten dann vor allem Flächen mit vielen Würmern, Larven und Mäusen. Um Schäden zu verringern, sei es deshalb umso wichtiger, diese Futterquellen zu reduzieren. Dazu gehörten bspw. Maßnahmen wie

  • die Bekämpfung von Mäusen,
  • das Zurückdrängen von Löwenzahn durch eine frühe Mahd, da sich aufgrund seiner Wuchsform der Blätter gezielt ein feuchtes Milieu um den Wurzelhorizont bildet, welches Regenwürmer anlockt sowie
  • die Verteilung von Kuhfladen im Herbst, damit sich darunter keine Würmer und Larven ansiedeln können.

Ruhezonen: Weshalb man Wildschweine im Sommer häufig im Raps und im Herbst häufig im Mais antrifft, liege daran, dass sie dort ihre Ruhezonen finden, in denen sie ihre Frischlinge ungestört aufziehen können. Bereiche, in denen Menschen oder freilaufende Hunde öfter unterwegs sind, würden dem Schwarzwild hingegen zu wenig Ruhe bieten und stellten aus seiner Sicht eine zu große Gefährdung der Frischlinge dar.