Klimaerwärmung treibt Wildschweinpopulationen seit Jahren in die Höhe

Durch bessere Fortpflanzungs- und Nahrungsbedingungen steigt die Schwarzwildpopulation Jahr für Jahr in Deutschland und Teilen Europas stetig an. Dies stellt viele Landwirte vor zunehmende Herausforderungen. So dehnt sich der Kampf gegen umgegrabene Flurflächen mittlerweile in Gebiete aus, in denen bisher noch keine oder wenige Schwarzwildschäden verzeichnet wurden. In Regionen mit langjähriger Schwarzwildproblematik wird hingegen über zusätzliche Schäden berichtet.

Sonnenscheinrekord im diesjährigen Februar

Die Wintermonate werden in Deutschland immer milder. Laut Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fielen die Temperaturen im Winter, verglichen mit dem Mittel der international gültigen Klimareferenzperiode 1961 bis 1990,  in den Jahren 2014 / 15 mit + 1,6 °C, 2015 / 16 mit + 3,4 °C, 2016 / 17 mit + 0,7 °C, 2017 / 18 mit  +1,4 °C und 2018 / 19 mit +2,6 °C zu warm aus.

In diesem Jahr erlebte Deutschland zudem den wärmsten Spätwintermonat seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1951. In der zweiten Februarhälfte wurde in vielen Regionen bereits die 20-Grad-Marke überschritten. Der DWD verzeichnete im Vergleich zum langjährigen Schnitt einen Sonnenscheinanstieg um 29 Prozent. Trotz vieler frostiger Nächte übertriefen die Temperaturen das langjährige Klimamittel im Schnitt um knapp 2 °C.

Die Schwarzwilddichte nimmt zu

Durch den voranschreitenden Trend milder Temperaturen in den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar ist die deutsche Wildschweinpopulation drastisch angestiegen. Forstexperten sprechen von Zuständen, die es in den vergangenen zehn, zwanzig Jahren noch nicht gegeben habe. So werden bereits im Februar Frischlinge von Bachen gesichtet, sie selbst noch kein Jahr alt seien. Bedingt durch die klimatischen Veränderungen verschiebt sich die Paarungszeit, auch Rauschzeit genannt, nach vorne. Bei einem guten Nahrungsangebot werden weibliche Jungtiere früher geschlechtsreif und es beteiligen sich vermehrt Einjährige oder Frischlingsbachen an der Fortpflanzung. In einer Rotte kann es so zu mehreren Haupt -und Nachrauschen kommen.

Die Nachfrage nach Vergrämungsmitteln steigt an

Um dem Schwarzwildproblem entgegenzuwirken, informieren sich Landwirte und Jäger zunehmend nach wirksamen Vergrämungsmitteln, auch Repellente, als Alternative zum Schutzzaun. Allgemein unterscheidet man drei Arten von Wildschadenverhütungsmitteln: Vergrämend wirkende Geruchsstoffe, Geschmacksstoffe oder Geräusche. Betroffenen ist bei der Wahl des geeigneten Mittels vor allem eine gewünschte Langzeitwirkung von mehreren Monaten wichtig. Eine clevere Lösung stellen Depotdüngemittel mit Elementarschwefel dar (z. B. OmniCult® Schwefel-Linsen®). Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

 

 

(Bild: Frischlinge in Oftersheim, Baden-Württemberg. flickr.com, stanze (CC BY-SA 2.0))