Elementarschwefeldünger mit Nebeneffekt auf Wildschweine noch zeitig ausbringen

Ein milder Winter und frühlingshafte Temperaturen im Februar und März ließen dieses Jahr die korrigierte Grünland-Temperatur-Summe (GTS) vielerorts schneller ansteigen als in den vergangenen Jahren. Der Vegetationsbeginn 2019 wurde demnach früher als üblich erreicht. Eine baldige Ausbringung von Schwefel-Linsen zur Schwarzwildvergrämung wird daher besonders empfohlen.

Erreicht die kumulierte korrigierte GTS, eine besondere Form der Wärmesumme, alljährlich in Mitteleuropa die Schwelle von 200 ° C, spricht man in der Agrarmeteorologie vom Einsetzen der Feldarbeit nach dem Winter. Hintergrund des Schwellwertes ist die Stickstoffaufnahme und -Verarbeitung des Bodens.

Die korrigierte GTS wird berechnet indem die gewisse Lufttemperatur eines Tages über die Tage einer Periode aufsummiert werden. Ab Jahresbeginn fließen alle positiven Tagesmittelwerte in die Berechnung mit ein. Zur Korrektur werden die Werte im Januar mit dem Faktor 0,5, im Februar mit dem Faktor 0,75 und ab März mit dem Faktor 1 multipliziert.

Früher Schutz erspart Kopfzerbrechen

Dieses Jahr wurde die vom Deutschen Wetterdienst berechnete korrigierte GTS durch einen milden Winter und Temperaturen von regional teilweise bis zu 20° Celsius im Februar vielerorts verfrüht erreicht. Der diesjährige Februar war laut dem Deutschen Wetterdienst mit knapp 4 Grad Celsius rund zweieinhalb Grad wärmer als im langjährigen Klimamittel. Dies hatte zusätzliche Auswirkungen auf die deutschlandweit bereits seit Jahren ansteigenden Wildschweinpopulationen. Es muss damit gerechnet werden, dass Rotten dieses Jahr verfrüht nach eiweißreicher Nahrung im Oberboden suchen werden. Um die Wildschweine rechtzeitig von den Flächen fernzuhalten, ist 2019 eine frühe Ausbringung der Schwefel-Linsen besonders wichtig.

Trockenheit versus Schwefel-Linsen

Eine Umsetzung im Boden und damit eine Wirkung der Schwefel-Linsen dauert je nach Witterung etwa sieben bis zehn Tage. Damit sich die Schwefel-Linsen gut auflösen und anschließend in den Boden einziehen können ist Feuchtigkeit zwingend notwendig. Eine frühe Ausbringung ist daher allgemein zu empfehlen, da mit voranschreitender Vegetationsperiode die Gefahr von Trockenheit zunimmt. Weiterhin nutzt man mit einer frühen Ausbringung den vergrämenden Nebeneffekt zeitlich am optimalsten aus.

 

Bild: Frühlingsanfang im Erzgebirge. gravitat-OFF (CC BY 2.0)