Der Deutsche Jagdverband meldet seit Beginn der Aufzeichnung bundesweit mehr erlegte Wildschweine als je zuvor. Tendenz steigend.

 

Diagramm Entwicklung der letzten 10 Jahre, Bundesweite Jagstrecke Schwarzwild

Zehnjährige Übersicht der Entwicklung der bundesweiten Jahresstrecke des Wildschweins (Sus scrofa). Quelle: Deutscher Jagdverband, Handbuch 2019.

 

Im Zehnjahresvergleich stieg die bundesweite Jagdstrecke verglichen mit dem Jagdjahr 2007/08 um stolze 74,4 Prozent an. Allein das Jagdjahr 2017/18 erzielte im Vergleich zum Vorjahreswert ein deutliches Plus von 42 Prozent und ist mit 836.865 erlegten Wildschweinen (einschließlich Fallwild) zurzeit unangefochtener Spitzenreiter seit Beginn der Aufzeichnung.

Im Langzeitschnitt steigen die Jagdstrecken bereits seit Jahren an. Die landesweit höchsten Jagdstrecken der vergangenen zehn Jahre erzielten die Bundesländer Brandenburg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Unter Miteinbeziehung der jeweiligen Jagdflächen der individuellen Jagdkreise fallen Rheinland-Pfalz und Hessen mit besonders hohen Streckenzahlen pro Flächeneinheit ins Gewicht.

Streckenzahlen alleine sind jedoch wenig aussagekräftig, wenn es um die Entwicklung regionaler Wildschweinpopulationen geht. Dazu müssten weitere Faktoren in die Schätzung miteinbezogen werden. Zu nennen wären hier das jährliche Abschusssoll und die räumliche Verteilung des Abschusses. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Jagdstrecke eines Jahres umso höher ist, je höher die erzielte Strecke im Vorjahr war. Darüber kann ein indirekter Rückschluss auf die Populationsdichte gezogen werden. Weiter treibt eine Baummast des vorangegangenen Jahres, mit einem einhergehenden überdurchschnittlichen Angebot an Bucheckern und Eicheln, die Jagdstrecke des aktuellen Jahres in die Höhe. Für die Fortpflanzung förderliche Bedingungen zwischen Dezember und Februar, mit schneearmen und milden Wintern, sind ebenfalls ein hochtreibender Faktor der Jagdstreckenzahlen.